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In der Tiefe des Traumes

 

"Land & Leute in Lahstedt" – Kulturelle Entdeckertour durch fünf Ortschaften

 

Von Iris N. Masson

 

LAHSTEDT. Lokalen Talenten eine Plattform zur Präsentation ihres Schaffens zu bieten,
sei Ziel des Lahstedter Kulturbeirates. Das hob deren Sprecher Hans-Joachim Wolff
gestern bei der ersten Station der Entdeckertour "Land & Leute in Lahstedt" in der
Alten Stellmacherei in Gadenstedt hervor.

 

Dort bereits widerlegte Reinhard Carl das Vorurteil, der Prophet gelte nichts im
eigenen Lande, wie Wolff angeprangert hatte. "Wunderbar", kommentierte
Kulturpilgerin Marianne Dävers die Arbeiten des Grafikers und Designers. Und
übertrieb keineswegs. Auf einzigartige Weise beherrscht der Münstedter das
Spiel von Licht und Schatten "Zwischen Traum und Wirklichkeit".

 

Obgleich er sich unterschiedlicher Stile und Techniken – derer Alter Meister,
Surrealisten, Impressionisten oder Realisten – bedient, bleibt er seinem
Thema treu: Geheimnisvoll taucht er im silbrigen Mondlicht die "Märkische
Landschaft" in mystische Schattenwelten.

 

Wolken in "Aufkommendes Gewitter" jagen schaumgekrönte Wellen auf
den Strand: Realität versöhnt sich mit Zuflucht gewährender Traumhaftigkeit.
Widersprüchlichkeiten – für Carl eine Frage der Dialektik. Er inszeniert
Landschaften in atmosphärischer Dichte, die greifbar wird, riechbar, fühlbar.
Da ist die Abgrenzung des Traumes von der Wirklichkeit ein Trugschluss,
weil sie im Traum verarbeitet wird.

 

Das Lahstedter Rathaus: Spiegelsaal der geballten Gefühle der Adenstedterin
Tanja Neumann: Ihre jeweiligen Verfassungen scheinen ihren unmittelbaren
Widerhall in den Farbgebungen zu finden: Sandpasten, Stofffetzen,
Kupferfolien und Acryl – kompromisslos leuchtend bunt oder dunkel – setzen
sich reliefartig oder verborgen überwiegend mit dem Thema "Frau" auseinander.
Sie experimentiert mit abstrakten Formen und Kontrasten, lädt auf
künstlerische Entdeckungsreise ein.

 

Symbolhaltig die Arbeiten von Dagrun von Taube im Rittergut Oberg:
Der Pilz – für die Ilsederin Symbol ästhetischer Funktionen. Anders Sabine
Pinkepank aus Ilsede, die auf dem Hantelmannschen Hof in Münstedt
ausstellte. Abschluss der "Kultour" mit dem Prädikat "gelungen":
Die Hommage an den verstorbenen Rudolf Reinisch in der Thiescheune in
Groß Lafferde

 

Montag, 21.08.2006